Informelle, abstrakte Malerei und Objektarbeiten

Christian Plep

Seit einigen Monaten begleiten wir den Bremer Künstler Christian Plep, besuchen ihn im Atelier und verfolgen das Entstehen seiner Werke. Wir haben Christian für euch ein paar Fragen gestellt und die nächsten Ausstellungstermine zusammengefasst.

Deine abstrakten Werke sind zum größten Teil monochrom, wie kommt es dazu?
„Sie sind seit Anfang 2014 immer monochromer und minimalistischer geworden. Mir wurde bewusst, dass wir in einer Welt des Überflusses leben – sowohl kapitalistisch, wie auch die Überflutung mit Informationen.
Nach vielen informellen Werken brauchte ich eine Art Ruhe in meinen Bildern, sozusagen ein ,Low-Fi‘ oder ,Slow-Down‘ in meiner Malerei. Also den Blick auf etwas für mich wesentliches; ja, fast kontemplatives. Die Komponenten der informellen Malerei sind geblieben: Man sieht immer noch den Entstehungsprozess des Bildes, z.B. die häufige Übermalung oder gewisse Entstehungsspuren.
Monochrom bedeutet ja nicht den Verzicht auf Farbe, sondern eher die Einheitlichkeit der Farbskala.“

Deine Bilder lassen dem Betrachter dennoch stets Raum für die eigene Assoziation, wie schaffst du das?
„Ich denke, dass man sich schon ein wenig mit meinen Werken auseinandersetzen muss, um eine tiefere Schicht zu sehen. Manchmal sagen Betrachter, ich würde nur ,schwarz-weiß‘ malen, doch wenn man genauer hinschaut, wird man die Farbe sehen, die in geringeren Dosen als vielleicht erwartet da sind.
Ebenso verhält es sich bei den Motiven: Ich arbeite mit einer Form, die vielleicht an etwas erinnert oder spiele mit den Bildträgern, lasse Raum. Ich spiele mit einer einzigen Farbfläche in einem sonst vermeintlich einheitlichen Farbraum.
Ein wenig, wie die Musiker sagen: ,Die Noten, die man nicht spielt, sind auch Musik.‘ So versuche ich auch ,Pausen‘ einzulegen bzw. den Bildern Raum zu geben, kein Stakkato zu spielen. Für mich sind die Werke kleine Mikrokosmen oder pixelgroße Ausschnitte einer Realität, die um uns herum ist.“

So ist denn dein Atelier auch eine Art Laboratorium …
„Ja, ich bezeichne es so 😉 … denn hier können meine Bilder reifen und wachsen in einem steten Prozess der Veränderung, manchmal sogar über Jahre. Zudem bergen und verbergen meine Arbeiten Collagenhaftes: Alte Fotos, Ausschnitte aus Büchern und Zeitungen sowie gefundene Stoffe wie Baumrinde, Holz, brüchiges Metall, Pflanzen, welche ich in die Werke einarbeite. Hier kann ich auch mit Formen und Material arbeiten und so suchen und entdecken.“

Warum Organic Tapestry?
„Das wird oft gefragt. Ich habe nach einem Namen für meine Internetseite gesucht.
Da meine Werke sehr organisch sind, fiel die Wahl auf ,organic‘. Der Prozess des Wachsens und Reifens ist hier auch vorhanden. Irgendwann kam ,tapestry‘ dazu. Ich liebe den Klang des Wortes und zudem bedeutet es ja Wandbehang, Bildteppich, aber auch in anderen Zusammenhängen so viel wie Komplexität bzw. Darstellung. Für mich passt der Begriff ,organic tapestry‘ als Beschreibung meiner Werke.
Beim letzten ,Kunstwerk im Viertel‘ war eine Besucherin sehr enttäuscht, da sie keine Wandbehänge vorfand, sondern ,nur‘ Gemälde. Ich fragte sie dann, ob sie die Bilder nicht auch als Wandbehang empfinden würde …“

Christian Plep, geboren 1971 in Bremen, ist seit 2006 freiberuflicher Künstler, er lebt und arbeitet in Bremen. Werke hängen in Großbritannien, Italien und Deutschland.
www.organic-tapestry.de
Facebook: organic tapestry


Aktuelle Ausstellungen:

30. August – 2. Oktober 2015:
„Aus dem Rahmen gefallen …“
Petit Musée, Twistringen-Bissenhausen
www.petit-musee.de

13. September – 12. November 2015:
„Meditationen“
Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen
www.sjs-bremen.de

17. – 20. September 2015:
Berliner Liste
Kunstmesse, Kraftwerk Berlin
www.berliner-liste.org

9. Oktober – 5. November:
„Im Zwielicht der Worte“
AtelierGalerie einseins sieben, Bremen
www.connywischhusen.de

30. Oktober + 1. November 2015:
Kunstwerk im Viertel
Offenes Atelier, Schildstrasse 21
www.kunstwerkimviertel.de